Produktion bei CARU: Agilität dank Swissness

Die CARU AG vertreibt europaweit sowohl in B2B- als auch in B2C-Beziehungen innovative Produkte: Neben der CO2-Ampel CARU air verkauft der Zürcher Dienstleister auch das intelligente Notrufgerät CARU care. Das System wird gemäss CARU-Produktionsleiter Andreas Bardorf «laufend weiterentwickelt», wird ständig verbessert und «entwickelt sich stetig weiter»: Schliesslich implementiert das CARU-Team beim komplex aufgebauten Notrufgerät laufend neue, bessere Technologien und ist wie selbstverständlich mit einem offenen Ohr beim Abnehmer: «Bei der Weiterentwicklung orientieren wir uns primär an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden», fügt Bardorf an. Diese kann der Dienstleister rasch und unkompliziert umsetzen, weil CARU andere Wege geht – und beispielsweise grosse Teile der Produktion von CO2-Ampeln und Notrufgeräten nicht etwa auslagert, sondern selbst vor Ort in Zürich vornimmt. 

«Bei der Weiterentwicklung orientieren wir uns primär an den Bedürfnissen und Wünschen unserer Kunden»

Konkret betreibt der Zürcher Jungunternehmen die Prozesse des Zusammenbaus, des Geräte-Testings und des Verpackens inhouse und arbeitet dabei mit Hochschülern aus technischen Studienrichtungen zusammen. Eine Vereinbarung, die sich für beide Seiten lohnt: Die Studenten kommen zeitlich flexibel zu einem Nebenverdienst, CARU profitiert von der Arbeitsleistung und dem Know-how der Studierenden. Um bei der Herstellung der Produkte das von Bardorf gesteckte Ziel von «effizienten Arbeitsabläufen und eine hohe Qualität des Endprodukts» gewährleisten zu können, unterteilt man bei CARU den gesamten Fertigungsprozess in kleinere Montageschritte und arbeitet in Produktionschargen. So kann die Assembly, das Testing und das Verpacken der Geräte – jährlich passieren ca. 5000-6000 CARU-Produkte die Firmentore – eines einzelnen Systems mitunter bis zu 30 Minuten oder gar länger dauern. Ganz im Sinne des hohen Qualitätsanspruchs meint Bardorf auch: «Gerade die Abschlusstests sind uns bei jedem Gerät sehr wichtig – und dafür sind wir auch bereit, etwas mehr Zeit zu investieren.»

«Gerade die Abschlusstests sind uns bei jedem Gerät sehr wichtig – und dafür sind wir auch bereit, etwas mehr Zeit zu investieren.»

CARU, das zur Weiterentwicklung der Spracherkennung und Audiotechnologie der Geräte auch mit internationalen Partnern wie beispielsweise dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) zusammenarbeitet, setzt allerdings nicht bloss beim Produktionsprozess auf Verlässlichkeit und Qualität. Auch in Sachen Materialbeschaffung geht das noch junge Unternehmen eigene, nachhaltige Wege: So kommen die meisten Komponenten für die Herstellung von CARU care und CARU air aus der Schweiz – speziell «bei kritischen Bauteilen wie Leiterplatten oder Spritzgussteilen wurde schon immer» ein Augenmerk auf die Nähe zum Lieferanten gelegt. Überschaubare Transport- und Kommunikationswege sind Bardorf aber auch deshalb ein Anliegen, weil dadurch neben der Gewährleistung von hochwertig beschaffenen Rohmaterialien auch «zeitnah eine stetige Verbesserung des Produktes vorangetrieben werden kann».

«Flexibilität ist uns wichtiger als die absolute Rentabilität.»

Der Entscheid, die Assembly, die Verpackung und das Testing in den eigenen vier Firmenwänden zu halten sowie möglichst nationale Zulieferer beizuziehen, hat sich bei CARU also gelohnt: Die durch allseits kurze Wege gewonnene Flexibilität ermöglicht es dem Zürcher Unternehmen, rasch auf neue Herausforderungen, neue Marktgegebenheiten oder frische Kundenwünsche einzugehen und entsprechende Verbesserungen in CARU care zu implementieren. In diesem Zuge bekennt sich Bardorf zur agilen Swissness-Ausrichtung und ist sich absolut bewusst, dass der Beschluss zulasten eines kostengünstigen Produktionsprozesses geht. Dabei stellt er aber klar: «Flexibilität ist uns wichtiger als die absolute Rentabilität.» Die Möglichkeit, den Kurs wiederum schnell zu ändern, hätte man bei CARU – das übrigens auch das Verpackungsdesign und das Marketing innerhalb der Landesgrenzen hält – jedoch: Der Dienstleister pflegt langfristige Lieferantenbeziehungen zu internationalen Anbietern und könnte bei grossen Bestellmengen im Handumdrehen «die Produktion – oder auch Produktionsschritte – an externe Partner auslagern». In absehbarer Zukunft dürfte dies aber wohl nicht passieren. Zu sehr schätzt man an der Limmat die erhaltene Agilität und – ganz getreu dem CARU-Credo – die Fähigkeit, jeden eigenen Prozess zu kennen und steuern zu können.

Andreas Bardorf

Head of Product, CARU AG

Das Interview wurde geführt und geschrieben durch Patrick Schenk, Pantara.